Unser Weg nach Peking – ein kleiner Erlebnisbericht :-)

Schon über ein halbes Jahr ist es her, dass wir beschlossen haben, an unserem allerersten WRO Wettbewerb in der Regular JUNIOR Kategorie anzutreten. Unsere Ansprüche waren nicht hoch aber blamieren wollten wir uns natürlich auch nicht.

Nach unzähligen Treffen, Konstruktionen, Umkonstruktionen, Recherchen im Internet, Programmier-Sitzungen und vielen Rückschlägen war unser Roboter kurz vor dem Regionalentscheid im Mai 2017 endlich so weit. In Wahlstedt konnten wir einigermaßen sicher zwei Solarzellen, sowie 2 Pflanzen ins richtige Feld bringen für mehr reichten die 2 Minuten einfach nicht aus. Zum Glück war es genug für den Einzug ins Deutschlandfinale… also weiter nach Schweinfurt! Die 4 Wochen zwischen Regional-Entscheid und Deutschlandfinale nutzten wir für’s Optimieren, um noch eine weitere Pflanze in den 2 Minuten zu schaffen. Bei den Testläufen zuhause klappte es auch meist. In Schweinfurt dann der Gau… die Zusatzaufgabe machte unserem Roboter sehr zu schaffen, da sich der Klebestreifen, der als zusätzliche Linie hinzugefügt wurde für unseren Roboter zum unüberwindbaren Hindernis wurde. Beim Drehen verhakten sich die mitgeschleiften Blöcke und der Roboter fand seine Linie nicht wieder. Verzweiflung, Tränen… Enttäuschung. So gut angefangen und dann scheitern wir an einem Klebestreifen?? Dann der erste Lauf mit der sicheren Annahme mit 0 Punkten abzuschliessen. Es geschah das Wunder… der Roboter verhakte sich dieses Mal zum ersten Mal nicht und konnte sein Programm (anfangs noch das sichere mit nur 2 Pflanzen) tatsächlich komplett zu Ende bringen. 325 Punkte! Was ein emotionaler Start. Nachdem die Last abgefallen war, fiel den Jungs dann ein, wie man durch etwas Umprogrammieren den Roboter einfach den Klebestreifen vermeiden lassen kann, danach war dieses Problem für uns zum Glück erledigt. Allerdings war die Konkurrenz sehr stark und wir merkten schnell, dass wir auf auf das riskantere Programm mit 3 Bäumen und möglichen 380 Punkten pro Lauf schwenken mussten. Leider gelang uns danach nur noch ein guter Lauf… wäre dabei der vorletzte Baum nicht vom Greifer gerutscht, hätte es sicher für einen der ersten Plätze gereicht… so mussten wir zittern. Dann die Siegerehrung… 4. Platz und die Qualifikation zur WRC in Peking Ende August!!! Wow, und das bei der ersten Teilnahme. Trotzdem mussten wir das erst mal sacken lassen und verarbeiten. Was kostet das überhaupt? Finden wir so schnell Spender, um wenigstens die Reisekosten der Kinder zu decken? Schaffen wir das alles so kurzfristig (bis Ende August) zu regeln? Nach vielen Emails, Telefonaten, Treffen, Zeitungsberichten und sogar einem Bericht im Radio (in der Prime Time „Morning Show“ von Radio Schleswig-Hostein) konnten wir tatsächlich 4 regionale Firmen als Spender finden, die uns die Flugkosten des Teams übernehmen. Toll, dass es Firmen in Schleswig-Holstein mit so viel Engagement gibt!! Ganz vielen, lieben und herzlichen Dank an die Unternehmen SLM Solutions AG, PinnCalc, Punker und BSI Campus!!! Nach diesen Zusagen stand es fest… wir fliegen nach China !!!

 

Und nun? Mal im Internet schauen, was die internationale Konkurrenz so kann… Erkenntnis für uns: Wir müssen uns wohl nochmal anstrengen, um dort wettbewerbsfähig zu sein. Also weiter regelmäßig treffen und basteln. Machen große Reifen unseren Roboter schneller? Super Idee… fast 30% Tempo Gewinn!! Dann die Ernüchterung… die Reifen drehen immer wieder durch und der Roboter bewegt sich nicht so wie man es will. Gerade bei Drehungen, bei denen man darauf vertrauen muss eine Katastrophe. Also ab in die Mottenkiste mit der verschlimmbesserten Konstruktion. Was könnte man noch versuchen? Einen Doppelgreifer und einfach die Farbe eines der Bäume „raten“, danach hoffen dass er vielleicht zufällig mit ins selbe Feld soll? Andere Teams waren damit erfolgreich…. also… warum nicht? Die Konstruktion des Doppelgreifers war gar nicht so schwierig, allerdings war das Umprogrammieren der „Line Follower“ (die Line Follow Sensoren mussten nun mittig statt seitlich platziert werden) doch wesentlich aufwändiger als erhofft… und irgendwie gefiel uns der Gedanke eines „Lotto“-Roboters nicht. Also doch kein Doppelgreifer. Wenn dann muss es doch auch richtig gehen? Aber wie? Also nochmal genau analysieren, wo wir am meisten Zeit liegen lassen. Erkenntnis: Unser Pflanzengreifer ist viel zu langsam… und könnte man mit einem besseren Greifer nicht eventuell gleich beide Solarzellen (die sowieso ins selbe Feld sollen) auf einmal transportieren? Also nochmal ein paar Konstruktions-Sitzungen und unser Pflanzengreifer 2.0 war fertig 🙂

 

Noch ein bisschen Optimieren und Testen und endlich kann unsere Roboter die komplette Aufgabe innerhalb der geforderten 2 Minuten lösen, d.h. wenn alles gut läuft können wir somit endlich in einem Lauf die maximale Punktzahl von 430 Punkte erreichen (siehe Youtube). Genial… wir sind megastolz und freuen uns jetzt gut vorbereitet in den Wettbewerb ab 22. August gehen zu können. Wir sind sehr gespannt, ob’s auch dort klappt…. warten wir’s ab 🙂

Aber egal wie’s läuft, wir werden ein tolles Erlebnis haben und noch ein paar weitere Tage an den Wettbewerb anhängen und Peking als Touristen kennenlernen. Für alle Teilnehmer (Team RobotECK, sowie die begleitenden Familien) die allerste Reise nach China. Wir freuen uns drauf und sind schon sehr aufgeregt.

Und das alles nur, wegen eines Lego Roboters… es war bzw. ist eine großartige Erfahrung für uns alle!!! Wer mehr sehen will, wir haben einige Informationen im Internet veröffentlicht und werden nach China hier sicher noch viele weitere Informationen, Videos, Bauanleitungen, usw. posten:

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